Wochenrückblick: Unterschiede zwischen den drei Sprachregionen?

Was hat die Schweiz in der zurückliegenden Woche am meisten bewegt? Dieses Mal haben wir uns auf einen Vergleich zwischen den drei Sprachregionen konzentriert. Von insgesamt 28 Quellen, die von uns berücksichtigt werden, stammen drei aus dem Tessin, sechs aus der Romandie und die restlichen 19 aus der Deutschschweiz.

Hier ist unser Wochenrückblick, den man auch als Newsletter abonnieren kann. Tägliche Updates über die #TopEinsteiger liefern wir auf FacebookTwitter und Google+.

 

Das bewegte im Tessin

Tessin

Aufgefallen:

  • Die Artikel aus dem Tessin bewegen – entsprechend der Bevölkerungszahl – deutlich weniger. Die Reaktionen zum erstplatzierten Artikel von @Ticinonline sind im Vergleich zur Deutschschweiz und der Romandie sogar tiefer als deren fünftplatzierte Artikel.

  • Die Reaktionen der Leser finden hauptsächlich auf Facebook statt, wo die Artikel geshared und geliked werden – so auch in der Romandie und der Deutschschweiz. Im Vergleich zum Tessin werden die Artikel in diesen Sprachregionen aber viel häufiger kommentiert: So scheinen beispielsweise zum zweitplatzierten Artikel von @20min aus der Deutschschweiz, wo es um die Notvorräte des Armeechefs geht, viele Leser eine Meinung zu haben.
  • Letzte Woche bewegten im Tessin vor allem Themen aus den Bereichen Sport und Kultur – ein auffälliger Unterschied zu den beiden anderen Sprachregionen.

 

Das bewegte in der Deutschschweiz

Deutschschweiz

Aufgefallen:

  • In der Deutschschweiz bewegte ein Artikel von @srfnews zum Thema Veganismus am meisten, wobei die häufigsten Reaktionen der Leser auf Facebook zu beobachten sind. Da es sich nicht um ein an Aktualität gebundenes Thema handelt, sind dazu im Tessin und in der Romandie keine Artikel zu finden.
  • Auf den ersten Blick scheinen die Artikel aus der Deutschschweiz generell mehr Reaktionen im Social Web zu erzeugen – dicht gefolgt von der Romandie. Nicht vergessen darf man hier aber die Anzahl der Quellen und die Bevölkerungszahl, die in der Deutschschweiz deutlich höher sind, als in den beiden anderen Sprachregionen.
  • Die Themen in den Top 5 von letzter Woche, welche die Leser bewegten, sind sehr unterschiedlich – vom Veganismus über die Notvorräte des Armeechefs bis hin zur Abschaffung der Billag.

 

Das bewegte in der Romandie

Romandie

Aufgefallen:

  • Die Top 5 der Romandie von letzter Woche bewegen die Leser stark – ähnlich wie die Top 5 in der Deutschschweiz, vor allem wenn man berücksichtigt, dass man es mit nur insgesamt sechs Quellen und einer kleineren Bevölkerungszahl zu tun hat.
  • Kommentiert wird in der Romandie – wie auch in der Deutschschweiz – gerne und häufig. Vor allem der erstplatzierte Artikel von @20minutesOnline über die unkonventionelle Kunst von Milo Moiré erzeugte online viele Reaktionen.
  • Die Romandie und die Deutschschweiz bewegte der Notvorrat von André Blattmann wie dieser Artikel zeigt, während die Kunst von Milo Moiré in der Romandie und im Tessin viele Reaktionen erzeugte. Ansonsten finden sich keine Übereinstimmungen der Themen in den drei Sprachregionen.

Die Politwoche: Gripen, Prostitution & Islamismus

In diesem Wochenrückblick will ich mal ausschliesslich auf den Bereich Politik fokussieren: Was hat die Schweiz in der zurückliegenden Politwoche am meisten bewegt? Betrachtet man die 20 bewegendsten Artikel zu politischen Themen , so lässt sich folgendes festhalten:

Mehr Artikel zu Innen-, mehr Reaktionen zu Aussenpolitischen Themen

Artikel zu innenpolitischen Themen dominierten die Top 20

Artikel zu Aussenpolitischen Themen lösten aber im Schnitt mehr Reaktionen aus

Die bewegendsten Politischen Artikel

Die bewegendsten Politik Stories dieser Woche
Die bewegendsten Politik Stories dieser Woche

Nur wenige wirkliche „Themen“ in den Top 20

Folgende Themen schafften es mit mehr als einem Artikel in die Polit-Top-20:

Thema: Gripen (3 Artikel in Top 20)

  • Artikel von 20Min auf Rang 11Tranchenweise Beschaffung: Gripen soll auch gegen Volkswillen gekauft werden: Anscheinend ist im Pro-Gripen-Lager der Optimismus für ein Ja an der Urne bereits geschwunden. Thomas Hurter, Präsident der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats arbeitet offensichtlich an einem Plan-B wie der Flieger auch ohne die Zustimmung des Volkes angeschafft werden kann.
  • Artikel von Tages Anzeiger auf Rang 16: So soll der Gripen am Volk vorbeigeschmuggelt werden: Auch im Tagi bewegt der Plan B der Gripen-Freunde.
  • Artikel in 20Min auf Rang 20Maurer zu Gripen-Vorlage: Abstimmung ist «getarnter Angriff gegen Armee»: Bundesrat Ueli Maurer versucht den Gripen-Entscheid auf eine übergeordnete Ebene zu heben. An der SVP Delegiertenversammlung in Näfels GL sagte er: Es gehe hier nicht nur um ein Kampfflugzeug, sondern um die Unabhängigkeit und Sicherheit der Schweiz – und entsprechend komme das Referendum einem Versuch gleich die Armee auf Umwegen so zu schwächen, bis sie ihre Glaubwürdigkeit verliere.

Die bewegendsten Tweets zum Gripen der letzten Woche: 

Die aktivsten Twitterer in der Gripendiskussion

Thema: Islamismus in der Schweiz (2 Artikel in Top 20)

  • Artikel von 20Min auf Rang 2Koran-Seminar: Die Islamisten geben sich jetzt wissenschaftlich: Der radikale Islamische Zentralrat der Schweiz (IZRS) organisiert ein öffentliches Seminar unter dem Titel: «Seminar des Islamischen Instituts für Islamwissenschaften». Saida Keller-Messhali, Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islams hat Mühe damit, dass die Veranstaltung als wissenschaftlich und damit implizit auch objektiv  angepriesen wird, obwohl dahinter eine klar extremistische Gruppe steht. Die Story bewegte vor allem via Facebook.
  • Artikel von 20Min auf Rang 9An Schulen: Walliser SVP fordert Kopftuchverbot: Die SVP des Oberwallis will eine Initiative gegen das Kopftuch an öffentlichen Schulen im Kanton. In den Leserkommentaren liefern sich Befürworter und Gegner ein hitziges Duell.

Thema: Prostitutionsverbot (2 Artikel in Top 20)

  • Artikel von 20Min auf Rang 3: Nach schwedischem Vorbild: Europarat will Prostitution in der Schweiz verbieten: Der Europarat will den mit dem Sexgewerbe verbundenen Menschenhandel in Europa bekämpfen. Dafür stimmt der Europarat über ein Prostitutionsverbot auf dem ganzen Kontinent – also auch in der Schweiz – ab. Von den Top 20 Politik Artikel dieser Woche löste dieser mit Abstand am meisten Leserkommentare aus. Die Leser stossen sich an der Bevormundung durch den Europarat.
  • Artikel von 20Min auf Rang 19Prostitutions-Verbot: Die Schweiz als «Magnet für Menschenhandel»? Während EVP-Nationalrätin Marianne Streiff den Vorstoss des Europarates zum Prostitutionsverbot auf dem gesamten Europäischen Kontinent begrüsst, regt sich Andrea Caroni von der FDP über den Vorstoss auf – er ist davon überzeugt, dass eine Kriminalisierung nichts bringt und man im Gegenteil Prostituierten etwa vor Gericht mehr Rechte gewähren werden sollten.

Die bewegendsten Tweets zum Thema dieser Woche: 

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Wochenrückblick: Die Suche nach Svenja, der Walfang in Japan und der neue Mindestlohn bei H&M

Was hat die Schweiz in der zurückliegenden Woche am meisten bewegt? Aktuelle Themen sind das Verschwinden von Svenja, das Walfangverbot für Japan und der Mindestlohn bei H&M. Hier ist unser Wochenrückblick, den man auch als Newsletter abonnieren kann. Tägliche Updates über die #TopEinsteiger liefern wir auf FacebookTwitter und Google+.

 

Das bewegte im Ressort „Schweiz“

Schweiz

1. Auf der Suche nach Svenja

Im Artikel von @Blickch wurde über das Verschwinden der 11-jährigen Svenja berichtet. Das Mädchen ist auf dem Schulweg spurlos verschwunden. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe – die Reaktionen auf Facebook sind enorm.

2. Die Gefahren der direkten Demokratie

Der @tagesanzeiger berichtete darüber, dass der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck die direkte Demokratie der Schweiz als eine Gefahr sieht – vor allem wenn es um hochkomplexe Abstimmungsthemen geht. Zum Artikel scheinen viele Leser eine Meinung zu haben.

3. Vermisste Svenja gefunden

Ein Tag nach ihrem Verschwinden wurde Svenja wohlauf in einer benachbarten Wohnung gefunden, wie @20min berichtete. Das Mädchen wurde von der eigenen Mutter dort versteckt. Der Artikel bewegt auch im Social Web. 

Aufgefallen:

  • Der erstplatzierte Artikel von letzter Woche erzeugt im Social Web so viele Reaktionen, wie das schon lange bei keinem Beitrag mehr der Fall war – fast fünf mal so viel wie der zweitplatzierte Artikel.

  • Das Verschwinden von Svenja scheint generell ein Thema zu sein, welches viele Leser bewegt hat. In den Top 10 von letzter Woche finden sich insgesamt fünf Artikel zu diesem Thema.

 

Das bewegte im Ressort „Ausland“

Ausland

1. Walfang in Norwegen

Im Artikel von @Lematinch wurde darüber berichtet, wie viele Wale Norwegen in diesem Jahr bereits gefangen hat – insgesamt sind es 1286. Der Artikel bewegt dabei grösstenteils auf Facebook.

2. Walfangverbot für Japan

Der Internationale Gerichtshof hat entschieden, dass Japan von nun an in der Antarktis keine Wale mehr fangen darf, wie @20min berichtete. Der Artikel erzeugt viele Reaktionen im Social Web.

3. Kein Walfang mehr

Auch in der französischsprachigen Schweiz berichtete @20minutesOnline in einem Artikel über das Walfangverbot in Japan. Hier zeigen sich online ebenfalls viele Reaktionen der Leser.

Aufgefallen:

  • In den Top 10 des Ressorts „Ausland“ von letzter Woche handelt es sich bei der Hälfte um französischsprachige Artikel, was eher ungewöhnlich ist.

 

Das bewegte im Ressort „Wirtschaft“

Wirtschaft

1. Mehr Lohn bei H&M

@Lematinch berichtete letzte Woche über den Entscheid von H&M, dass ab Januar 2015 für ihre Mitarbeiter der Mindestlohn auf 22.- Franken pro Stunde angesetzt wird. Im Social Web zeigen sich vor allem Reaktionen auf Facebook zum Artikel.

2. Mindestlohn ohne Stellenverlust

@Blickch berichtete im Artikel darüber, dass die Anhebung des Mindestlohns bei H&M keine Streichung von Arbeitsplätzen nach sich zieht. Diese positive Nachricht wird auch online geshared und geliked.

3. Mindestlohn keine Staatssache

In einem Interview mit @20min fand der Migros-Chef Herbert Bolliger, dass der Mindestlohn keine Sache der staatlichen Regulierung sei. Der Artikel erzeugt im Social Web einige Leserkommentare.

Aufgefallen:

  • Wie bereits im Ressort „Ausland“ befindet sich auch hier ein Artikel aus der französischsprachigen Schweiz auf dem ersten Platz.
  • Die Mindestlohn-Thematik beherrschte letzte Woche die Top 3 des Ressorts „Wirtschaft“ und  beschäftigt sowohl die Deutschschweiz wie auch die Romandie. Im Vergleich zu den beiden anderen Ressorts „Schweiz“ und „Ausland“ sind die Reaktionen im Social Web aber nicht so hoch.

 

Anteile der News-Plattformen an Reaktionen

Welche News-Plattform erzielte mit ihren Artikeln in dieser Woche die meisten Shares und Likes auf Facebook, Tweets auf Twitter oder Shares auf Google+? Antworten auf diese Frage liefern die nachfolgenden Grafiken. Die Zahlen beziehen sich auf alle Ressorts und Themen, nicht nur auf die drei oben analysierten Initiativen.

 

1. Shares und Likes auf Facebook

Shares und Likes auf Facebook

 

2. Tweets auf Twitter

Tweets auf Twitter

 

3. Shares auf Google+

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